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Fünf Vorschläge zum Haushaltsplan 2019

04. November 2018

Am 26. September 2018 hat Schulministerin Yvonne Gebauer dem Schulausschuss des Landtags den Haushaltplan für den Bereich Schule und Bildung einen Haushaltsplan vorgestellt, der um rund 750 Millionen auf 18,75 Milliarden Euro für das Jahr 2019 angehoben wurde.


Größter Posten im Etat 2019, den das Parlament berät und der im Dezember verabschiedet werden soll, sind die Personalausgaben. Sie machen einen Anteil von knapp 86,8 Prozent aus. Im Haushalt 2019 sind insgesamt 1.005 zusätzliche Stellen vorgesehen..

Der Haushaltsentwurf 2019 umfasst u.a. für unsere Berufskollegs:

  • 200 zusätzliche Stellen für die Berufskollegs Mit den 250 zusätzlichen Stellen des Haushalts 2018 können die Berufskollegs so im Schuljahr 2019/20 über insgesamt 450 Stellen zusätzlich verfügen.
  • 45 weitere Stellen für Schulverwaltungsassistenz Im Jahr 2019 werden damit insgesamt 384 Vollzeitstel-len für die Schulverwaltungsassistenz der Besoldungs-gruppen A 10 und A 8 bzw. der vergleichbaren Tarifstel-len zur Verfügung stehen.

  • 148 Stellen für die Talentschulen Für die zusätzliche personelle Ausstattung der zunächst 35 im Schuljahr 2019/20 teilnehmenden Schulen (insgesamt bis zu 60 Talentschulen (darunter auch einige Berufskollegs) werden 148 Stellen und ein zusätzliches Fortbildungsbudget in Höhe von 2.500 Euro jährlich je Schule bereitgestellt.

Hintergrundinformation:

Talentschulen in NRW Mit dem Schulversuch Talentschulen soll ab dem Schuljahr 2019/2020 exemplarisch erprobt werden, wie die Entkoppe-lung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg an Schulstan-dorten mit besonderen Herausforderungen gelingen kann. Die am Schulversuch teilnehmenden Schulen sollen ein be-sonderes fachliches Förderprofil auf- oder ausbauen. Kern-element des Konzeptes ist eine Förderung, die fachlich ange-bunden auf sprachliche Kompetenzentwicklung fokussiert, das Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler stärkt, ihre Po-tenziale wertschätzt, systematisch in die Entwicklung mit ein-bezieht und nutzt.

Weitere Informationen auch zur Bewerbung unter: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulentwicklung/Talentschulen/index.html

 

Fünf konkrete Gestaltungsvorschläge


Auch wenn die Anzahl der zusätzlichen Stellen für Schulverwaltungsassistenz vor dem Hintergrund von über 800 großen Schulsystemen eher gering ist, ist das Signal dieser Maßnahme grundsätzlich positiv zu werten.

Vergleichbares gilt angesichts von insgesamt 60 Talentschulen bei über 5.120 öffentlichen Schulen im Lande. Der vLw NRW wird die Auswahl der Talentschulen und die erzielten Ergebnisse aufmerksam verfolgen.

Insgesamt begrüßt der vLw NRW den vorgelegten Haushaltsplan und sieht hier einen weiteren Schritt, mit dem die Bedeutung von Bildungsinvestitionen ein Jahr nach dem Regierungsantritt unterstrichen wird.

Die Zuweisung und Verteilung dieser zusätzlichen Stellen könnte unbürokratisch und an Hand der vorliegenden Da-ten der Hauptstatistik wie folgt erfolgen:

 

Vereinfachte Zuweisung für die Anschlussförderung von Schüler/innen mit Flüchltingshintergrund

Zunehmend sitzen Schülerinnen und Schüler mit Flüchtlingshintergrund in unseren dualen Fachklassen. Sie erfordern sowohl eine intensive sprachliche als auch fachlich differenzierte Vorbereitung auf ihren Berufs- und Berufsschulabschluss. Der vLw NRW erwartet eine unbürokratische und zügige Zuweisung zusätzlicher Stellenanteile für Berufsschüler/innen mit Flüchtlingshintergrund (z. B. je Schüler/in eine 1/25 Lehrerstelle), die nach einem festen Schüler-Lehrer-Verhältnis) den Berufskollegs zusätzlich zu dem in der Anlage A üblichen Schlüssel von 1 : 41,6 hinaus über das Stellenbudget zugewiesen werden sollten.

Bessere Schüler-Lehrer-Relation für die Berufsfachschule der Anlage B

Bereits in dem Leitartikel der Ausgabe DKS 05/ 2018 hat der Vorsitzende unseres Bildungsausschusses Horst Neuhaus auf die besonderen Heraufsorderungen und Leistungen in der Berufsfachschule hingewiesen. Hier ist eine durchschnitlliche Klassengröße von 22 Schülerinnen und Schülern realitätsfern. Der vLw NRW fordert für die Berufsfachschule der Anlage B einen Frequenzrichtwert (durchschnittliche Klassengröße) von 18 Schüler/innen und eine damit verbundene bessere Schüler-Lehrer-Relation.

Transparente Flexibilisierung der Klassenbildung

Sicherlich sind die bisher umgesetzten Maßnahmen zur Flexibiliserung des Erhalts von dualen Fachklassen ein wichtiger Schritt.
Getreu der Devise „Profilieren statt regulieren“ fordert der vLw NRW eine deutliche Reduzierung der Mindestgrößen für bestehende Fachklassen des dualen Systems. Unsere Berufskollegs können und müssen durch in der Region verortete, abgestimmte und bedarfsorientierte Beschulungsangebote den Fachkräftebedarf eigenverantwortlich sichern.

Medienassistenz als „first level-support“

Um die Arbeitszeit der Lehrkräfte auf die Unterrichtstätigkeit zu konzentrieren und die Lehrerarbeitszeit effektiver einzusetzen, müssen geeignete Fachkräfte das Lernen mit digitalen Medien professionell unterstützen. Dazu schlägt der vLw NRW die Unterstützung der Berufskollegs durch eine Medienassistentin bzw. einen Medienassistenten vor, der – parallel zur Schulverwaltungsassistenz - nur mit 1/3 auf das Stellenbudget angerechnet wird. Die Berufskollegs entscheiden dabei eigenverantwortlich, ob sie den Einsatz von Medienassistenz benötigen, die im Rahmen des „first level support“ PC, Tablets und andere digitale Medien warten, betreuen und bereitstellen.

Zusätzliche Zeitkontingente für Fortbildungen

Um das Lernen mit digitalen Medien zielorientiert vorzubereiten, ist eine umfassende und systematische Qualifizierung der Lehrerinnen und Lehrer erforderlich, die mit den bisherigen Kapazitäten der staatlichen Lehrerfortbildung nur eingeschränkt gewährleistet werden kann. Unsere Berufskollegs benötigen neben ausreichenden Budgets insbesondere Zeitkontingente, um die Teilnahme an entsprechend qualifizierten Fortbildungen sicherzustellen. Der vLw NRW schlägt für die Lehrkräfte Entlastungspotenziale in Form von Anrechnungsstunden vor, die den Schulen analog zu den Anrechnungsstunden z. B. für die Teilnahme an Zertifikatskursen über die Bezirksregierungen gewährt werden.

 

Diese Vorschläge sollen die Personalausstattungsquote der Berufskollegs in Richtung von 105% steigern, um ange-sichts der zentralen Herausforderungen nachhaltig Qualität und Quantität der Unterrichtsversorgung sichern.
Mittelfristig ist – wie auch für Talentschulen - eine zweck-gebundene Erhöhung des Fortbildungsbudgets für das Ler-nen mit digitalen Medien erforderlich. Alternativ ist eine haushaltsmäßige Umschichtung bzw. Deckungsfähigkeit mit dem Reisekostenbudget für Schulfahrten wünschens-wert, das insbesondere in Berufskollegs mit einem hohen Anteil an dualen Fachklassen oft nicht ausgenutzt.


Zum Abschluss noch eine Anregung, die den Landeshaushalt vielleicht sogar entlasten kann.

 

Bundesweite Lernplattform für Berufskollegs


Derzeit planen 16 Bundesländer eigene Lernplattformen und Kommunikationssysteme für ihre Schulen. So ist die stufenweise Einführung der Lernplattform Logineo NRW für alle Schulen in Nordrhein-Westfalen ab dem Jahr 2019 geplant. Jedem aufmerksamen Betrachter ist schnell klar, dass sich die Anforderungen für allgemeinbildende Schulen und berufsberufsbildende Schulen hinsichtlich Komplexität und Funktionalitäten stark unterscheiden.


Deswegen schlägt der vLw NRW vor, über die KMK und das Bundesbildungsministerium eine einheitliche Plattform für Berufsbildende Schulen und Berufskollegs zu entwickeln, die den Anforderungen des berufsbildenden Schulsystems besser gerecht wird.


Darüber hinaus könnte der von der Bundesregierung angestoßene Digitalpakt genutzt werden, die digitale Anbindung und Ausstattung unserer Berufskollegs von der Finanzlage des jeweiligen Schulträgers unabhängiger zu gestalten.

 

von Zedlitz

Hilmar von Zedlitz-Neukirch

Landesvorsitzender




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